Grundbesitz hilft Blumenwiesen zu erhalten

 „Grundbesitz ist die beste Form des Naturschutzes“, weiß Vizepräsident Reinhard Wolf. Beim Schwäbischen Albverein, der seit 1994 auch anerkannter Naturschutzverband ist, schätzt man den Erwerb von Wiesen, Hecken und gelegentlich Feldern als wichtiges Instrument, um eine extensive Bewirtschaftung festzuschreiben und Pflegemaßnahmen durchzuführen.

 

Blumenwiesenfest 2010 in St. Johann-Onstmettingen, Bildautor: Werner Breuninger

 

Schon 1911 erwarb der Albverein erste Grundstücke. Im Zuge von Flurbereinigungsverfahren, bei denen Land übrig blieb, aber auch durch Schenkungen und gezielte Zukäufe vefügt der Schwäbische Albverein mittlerweile über insgesamt knapp 170 Hektar Naturschutz-Besitz. Das hat eine vor kurzem durchgeführte katographische Bilanz  ergeben. Ein Großteil davon sind Wiesen. Daneben aber auch etliche extensiv bewirtschaftete Äcker, Feuchtgebiete, Gehölze oder Hecken.

„Der Vorteil des Eigentums ist, dass wir als Grundbesitzer Auflagen zu Schnitt, Düngung oder Mahd an die Pächter oder eigenen Landschaftspfleger stellen können“, betont Wolf. Somit könne der Albverein einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Auf diese Weise setzt sich der Verein vehement für den Erhalt artenreicher so genannter „Flachlandmähwiesen“ – gemäß der EU-Richtlinie Natura 2000 – ein.

Zum Beispiel bei Bad Urach-Wittlingen. Hier besitzt der Albverein seit 1993 wunderschöne Wiesengrundstücke, welche im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren günstig erworben werden konnten. „Passend zur Ferienzeit werden die Salbei-Glatthaferwiesen ein zweites Mal blühen und für Spaziergänger eine wahre Augenweide sein“, schwärmt Wolf. Ein Ausflug zu den farbenfrohen Blumenwiesen ist seiner Meinung nach absolut lohnenswert und ein möglicher Programmpunkt für die Sommerferien.

Bunte, artenreiche Blumenwiesen sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch Brutfläche, Lebens- und Schutzraum vieler Tiere. Dazu gehören Schmetterlinge, andere Insekten,Vögel und Kleinsäuger. Darüber hinaus bieten Wiesen beliebte und unverzichtbare Erholungsräume für den Menschen.

Doch Salbei, Glockenblume, Margerite & Co. drohen immer mehr aus dem Landschaftsbild zu verschwinden. „Die Vielfalt der Wildkräuter bleibt nur bestehen, wenn keine intensive Landnutzung erfolgt“, weiß Wolf. Wer den Arten- und Farbenreichtum erhalten wolle, dürfe die Wiesen nicht zu oft schneiden oder gar stark düngen. Die intensive Nutzung von Grünland habe in den letzten Jahren überhand genommen und zu Artenverlust geführt. „Mehr und mehr werden Wiesen zu wertlosen Abfallprodukten, wo Bauern ihre überschüssige Gülle oder Biogas-Gärreste ausbringen. Oder sie werden mehr und mehr zu Hochleistungsgrünland umgewandelt, um Energiepflanzen für Biogasanlagen anzubauen“, so der Albvereinsvize.

Beides schade dem Lebensraum Wiese. Die Naturschutzstrategie des Schwäbischen Albvereins, durch Grunderwerb wertvolle Lebensraumtypen zu erhalten, habe sich bisher sehr bewährt. Mittlerweile sei es aber aufgrund der großen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Nutzflächen kaum noch möglich, weiteres Grünland zu kaufen.

 

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Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.