So wird Wandern zum Erlebnis

Die Heimat- und Wanderakademie bildet Wanderführer aus und bietet Kurse für jedermann

Was hat der italienische Philosoph und Lyriker Francesco Petrarca mit dem Schwäbischen Albverein gemeinsam? Ganz einfach: Es ist die Liebe zum Wandern.

Petrarca erlebte das Wandern als ästhetische Erfahrung und hielt seine Emotionen schriftlich fest. Wer die Sinneseindrücke des Romantikers beim Wandern nachvollziehen will, kann das beispielsweise im Rahmen einer „Philosophischen Wanderung“ mit dem Schwäbischen Albverein tun. Das Angebot ist nur eines der unzähligen attraktiven Veranstaltungen der Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg. Man kann u.a. auch an naturkundlichen Exkursionen teilnehmen, bei einer geologisch-botanischen Wanderung  mitmachen oder einen Kurs über GPS und digitale Karten belegen.

Die gemeinsame Bildungsreinrichtung des Schwäbischen Albvereins und des Schwarzwaldvereins wartet in ihrem neuen Jahresprogramm mit einer einzigartigen Vielfalt an Veranstaltungen auf: Das hochwertige Angebot richtet sich an alle, die Landschaft, Natur, Kultur und Geschichte näher kennenlernen wollen.

Viele der Wanderungen sind kostenlos und als ganzheitliches, zeitgeschichtliches Erlebnis konzipiert. Teilnehmer entdecken magische Orte, nehmen an Stadtführungen teil, erfahren Wissenswertes über Gelehrte, Kathedralen, Burgen, Grabungsstätten und Naturkunde.

Zertifizierte Wanderführer sind unverzichtbar

Die wichtigste Aufgabe der Heimat- und Wanderakademie aber ist die Wanderführerausbildung. „Seit 2007 wurden innerhalb der Akademie ca. 800 Natur- und Landschaftsführer ausgebildet“, erklärt Bernd Magenau, Leiter der Heimat- und Wanderakademie beim Schwäbischen Albverein. „Die Teilnehmerzahlen haben in den letzten Jahren konstant zugenommen“, so Magenau weiter.

Zur Wanderführerausbildung gehört die Handreichung von Kriterien, um geführte Wanderungen für die Teilnehmer zu einem Sinneserlebnis werden zu lassen. „Gefühle und Empfindungen mit dem Wandern zu verknüpfen und diese zu vermitteln, das ist Teil der Wanderführerausbildung“, weiß der Akademieleiter.

Doch emotionales Erleben allein reicht nicht aus. Daneben muss ein guter Wanderführer auch über das klassische Handwerkszeug verfügen. Zur Ausbildung des zertifizierten Natur- und Landschaftsführers gehören deshalb auch das Lesen von Wanderkarten, die Nutzung von GPS und Kompass, Grundkenntnisse der Wetterkunde, ökologischer Zusammenhänge und  historischer Fakten, zudem noch das Erlernen von Kommunikationsstrategien.

Die Lehrgänge zum Wanderführer schließen für Mitglieder der Gebietsvereine mit dem Zertifikat und dem Wanderführer-Ausweis des Deutschen Wanderverbands ab. Die Wanderführer erhalten darüber hinaus die vom bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten (BANU) verliehene  Auszeichnung  „Zertifizierter Natur-und Landschaftsführer“ für die Regionen Schwäbische Alb bzw. Schwarzwald. Die Ausbildung schafft ferner die Grundlage für weitere Qualifizierungen, etwa zum Gesundheitswanderführer, zum Jugendwanderführer oder zum Schulwanderführer.

„Geschulte, zertifizierte Wanderführer sind für den Schwäbischen Albverein unverzichtbar. Sie sichern die Qualität unserer Wanderangebote“, unterstreicht Albvereinspräsident  Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß die Bedeutung der Wanderführerausbildung. „Eine Wanderung mit einem geschulten Wanderführer ist immer ein beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis“, davon ist Rauchfuß überzeugt.

Die Heimat- und Wanderakademie ist einer der jüngsten Ableger des Schwäbischen Albvereins. Die Bildungseinrichtung wurde 2001 ins Leben gerufen. Die vielfältigen Aktivitäten sind an keinen festen Ort gebunden, sondern über das ganze Land verteilt.

Der Link zum aktuellen Jahresprogramm: http://www.wanderakademie.de/pdf/Programm_2013.pdf

Naturschutz live für Kinder und Jugendliche

Albvereinsjugend veranstaltet Jugend-Landschaftspflegetag 

Unterhalb der Burg Teck soll es dem Wildwuchs an den Kragen gehen: Zum Frühjahr hin müssen hier Büsche weichen, um den Lebensraum Trockenrasen zu erhalten und so das Wachstum von seltenen, lichtbedürftigen Orchideen und Enzianen zu ermöglichen.

Die Schwäbische Albvereinsjugend veranstaltet deshalb am Samstag, den 9. März, einen Jugend-Landschaftspflegetag, bei welchem Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren live erleben können, wie praktischer Naturschutz aussieht und welche Tätigkeiten zu verrichten sind.

„Ziel des Jugend-Landschaftspflegetags ist es, den Kindern und Jugendlichen Naturschutz als ein altersgerechtes Sinneserlebnis zu vermitteln“, erklärt der Landschaftspfleger Jörg Dessecker. „Denn nur was man kennt, das schützt und schätzt man auch in Zukunft“, so der Experte weiter.

Der Jugend-Landschaftspflegetag ist Bestandteil des Junior Ranger-Programms im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Das Programm hat das Ziel, Kindern und Jugendlichen die Natur der Schwäbischen Alb erlebbar und begreifbar zu machen. Nach mindestens drei Naturschutz-Veranstaltungen gibt es eine Auszeichnung. Neueinsteiger erhalten hier den Pass kostenlos.

Der Schwäbische Albverein ist anerkannter Naturschutzverband und blickt außerdem auf eine lange Tradition auf dem Gebiet von Pflege und Naturschutz zurück. Dass Natur- und Lebensraumerhalt auch für Kinder und Jugendliche von Bedeutung sind und sie sich hierfür gern engagieren wollen, davon ist man beim  Albverein überzeugt.

Zum Programm: Die jungen Naturschützer haben die Möglichkeit, auf der Burg Teck zu übernachten. Am Abend sind Spiele geplant und am Sonntag gibt es noch viele weitere interessante Informationen zur Natur auf der Teck. Eine Anmeldung zum Jugend-Landschaftspflegetag ist noch bis 25. Februar möglich.

Weitere Infos gibt es auf der Jugend- und Familiengeschäftsstelle des Schwäbischen Albvereins, Telefon 0711 22585-74 oder unter www.schwaebische-albvereinsjugend.de.

Professionelle Freizeitgestaltung mit der Albvereinsjugend

Jugendliche, die Spaß an Outdoor-Aktivitäten und gemeinschaftlichen Unternehmungen haben, sind beim Schwäbischen Albverein an der richtigen Adresse. Wie viel dort geboten wird, zeigt nicht zuletzt das neue Jahresprogramm der Albvereinsjugend. Es wartet mit einem abwechslungsreichen und breiten Veranstaltungs-Portfolio auf: von sportlichen Trips, wie Marathon- oder Nachtwandern, Segel- und Wanderfreizeiten bis hin zu Zeltlagern, Kultur- und Volkstanzkursen sowie Geocaching-Workshops und Kommunikationstrainings. „Das Jugendangebot ist absolut professionell und wird viele junge Menschen begeistern“, davon ist Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß überzeugt.

Positiv sieht er auch die Entwicklung bei den Mitgliedszahlen innerhalb der Jugend, die sich auf ca. 12.000 belaufen. „Wir freuen uns, dass diese Zahlen in den letzten zehn Jahren durchgehend konstant geblieben sind“, so Rauchfuß. Das sei nicht selbstverständlich.

Gefragt sind heutzutage neue Wanderformen, wie Wandern mit digitaler Unterstützung und sportliche Trekkingtouren. Manche in die Jahre gekommenen Aktivitäten dagegen brauchen keinen Relaunch. Sie sind zeitlos aktuell. Dazu gehören vor allem die Freizeiten und Zeltlager: „Diese gibt es seit mehr als einem halben Jahrhundert und sie sind immer noch der  Renner“, so Jugendgeschäftsführerin Katja Hannig. Selbst Betreuer ließen sich hierzu leicht finden. „Wenn die Qualität des Angebots gut ist, dann stimmt auch die Jugendarbeit“, meint Hannig.

Dass viele junge Menschen Interesse an den Aktivitäten der Albvereinsjugend zeigen, liegt zum einen am Programm selbst, zum anderen aber auch an der zeitgemäßen Präsentation und Kommunikation. Auf der Homepage der Albvereinsjugend kann man sich nicht nur informieren, sondern auch Live-Berichte, Bildergalerien und Nachlesen zu den verschiedenen Veranstaltungen abrufen. Selbstverständlich ist die Albvereinsjugend auch auf facebook vertreten.

Vor knapp hundert Jahren als sich erste Jugendgruppen innerhalb des Schwäbischen Albvereins bildeten, ging es dagegen vor allem darum, sich von den erwachsenen Mitgliedern abzugrenzen und eigene Vorstellungen umzusetzen. Die Schwäbische Albvereinsjugend als eigenständige Jugendorganisation wurde allerdings erst nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Ab dann hat sich die Albvereinsjugend schnell zu einem kompetenten Anbieter spannender Outdoor-Events und Fortbildungen entwickelt: Die Jugendorganisation gehört inzwischen zu den größten in Deutschland. „Wir haben in den letzten 60 Jahren viel erreicht und können uns heute wirklich Freizeitprofis nennen“, freut sich Hautpjugendwart Michael Neudörffer.

Weitere Informationen zur Albvereinsjugend unter:

www.schwaebische-albvereinsjugend.de