Mundartfestival in der Liederhalle – Unterhaltung auf höchstem Niveau

Poesie auf Schwäbisch brachte das Publikum zum Lachen und zum Mitsingen

Am 19. April gaben sich drei renommierte schwäbische Künstler mit Musikstücken und lustigen Reimen beim traditionell einmal im Jahr stattfindenden Mundartfestival des Schwäbischen Albvereins die Ehre:

Der Oberschwabe Bernhard Bitterwolf unterhielt das Publikum mit musikalisch-humorvollen Einlagen, die Tettnangerin Erika Walter setzte sich in ihren Mundartgedichten mit allen Facetten des modernen Lebens auseinander und Dr. Falk Henkel aus dem Remstal – von Beruf Arzt – leistete erste Hilfe auf Schwäbisch. Rund 200 Zuschauer genossen einen unterhaltsamen und entspannten Abend im Silchersaal der Stuttgarter Liederhalle.

Bernhard Bitterwolf erfreute das Publikum nicht nur mit seinen Mundart- und Musikeinlagen, sondern vor allem auch mit seiner hohen Moderationskunst. Wortwitz und lustige Erläuterungen gehörten dabei ebenso dazu wie die Einbeziehung des Publikums, das er zum Kanonsingen verdonnerte. Einige Ehrengäste aus der ersten Zuschauerreihe, darunter der Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß und seine Gattin Petra, wurden auf die Bühne gebeten und aufs Korn genommen. Bitterwolf  zeigte aber auch, was für ein begnadeter Musiker er ist. Er entlockete allerlei historischen Instrumenten – darunter Krummhorn, Schalmei und Sackpfeife – fröhliche Melodien und Bardenklänge. Außerdem kredenzte er dem begeisterten Publikum traditionelle oberschwäbische Lieder, Bettel- und Trinkgedichte.

Weniger musikalisch, dafür aber deftig-bodenständig, zog Erika Walter über betrunkene Ehemänner her, erklärte die Besonderheit sonntäglicher Hefezöpfe oder lobte ein Kartoffelsalatrezept, das mit Spucke angereichert wird. Zudem machte sie sich über den Jugendwahn älterer Damen lustig: „In der Runzelranch kommt man heraus als neuer Mensch“, dichtete sie und meinte damit eine bekannte Schönheitsfarm am Bodensee.

Nichts für zarte Gemüter waren die detailreichen, medizinischen Beschreibungen des Arztes und Mundartkünstlers Dr. Falk Henkel. Er packte blutige Erstversorgungsempfehlungen in poetische Reime und zeigte damit viel schwarzen Humor.

Der Mundartbeauftragte des Schwäbischen Albvereins Helmut Pfitzer lobte das Mundartfestival 2013 als eines des 125-jährigen Albvereinsjubiläums absolut würdiges Kulturereignis und schloss damit den Abend.

Das Thema „Mundart“ hat beim Schwäbischen Albverein eine langjährigeTradition. Hauptschatzmeister Helmut Pfitzer, selbst Mundartautor und Liedermacher, hob im Jahr 2000 die Idee aus der Taufe, regelmäßige Kleinkunstveranstaltungen mit mundartbezogener Musik und Literatur zu etablieren. Mittlerweile gibt es im Vereinsgebiet rund 30 Mundartbühnen, die unterhaltsame Kleinkunst auf hohem Niveau anbieten.

Das Mundartfestival findet einmal im Jahr statt. Die traditionelle Musik- und Poesieveranstaltung wird vom Schwäbischen Albverein zusammen mit dem Silberburg-Verlag veranstaltet. 

Alle weiteren Mundart-Veranstaltungen sind auf der Homepage des Schwäbischen Albvereins nachzulesen. http://heimat-kultur.albverein.net/events/tags/mundart/

Das gedruckte Jahresprogramm „Mundart und Musik“ wird ebenfalls in Kürze vorliegen.

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Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.