Mauerweinbau: Hier brummt das Leben

Augen auf beim Wandern durch historische Weinbaugebiete!

Historische Weinberge an Südhängen von Flusstälern prägen das Landschaftsbild des Neckarlandes. Die im Mittelalter mühsam von Menschenhand geschaffenen Terrassenlandschaften hatten den Zweck, den Weinanbau zu ermöglichen und die Anbauflächen vor Bodenverlusten zu schützen. Die Mauern bestehen aus grob bearbeiteten Steinen lokaler Steinbrüche, die ohne Mörtel kunstvoll und haltbar aufgeschichtet wurden.

Weinberge: In den Trockenmauern steckt Leben

Ein Spaziergang durch die von Trockenmauern geprägten Weinbaugebiete lohnt sich. Der Schwäbische Albverein ermuntert Wanderer sowie große und kleine Naturliebhaber, mit offenen Augen durch die Weinberglandschaft zu gehen und an der einen oder anderen Mauer zu verweilen. Wer sich die Zeit nimmt, kann sich an einem beeindruckenden Mikrokosmos erfreuen.

„Zwar sind viele Mauern mittlerweile verwittert oder schadhaft, manche sogar verfallen. Doch sind sie zu einem wichtigen Lebensraum vieler unterschiedlich spezialisierter Tier- und Pflanzenarten geworden“, weiß der Vizepräsident des Schwäbischen Albvereins, Reinhard Wolf.

In den Spalten und Zwischenräumen der Mauern tummeln sich Insekten und Spinnen. Auch Reptilien wie Schlingnattern und Mauereidechsen können bei der Jagd oder beim Sonnenbaden beobachtet werden. So zum Beispiel die Zauneidechse, die Mauereidechse oder die harmlose Schlingnatter. Sie sonnen sich auf der Mauerkrone oder in Mauerfugen und huschen bei Störungen in ihre Verstecke zurück.

Weitere Mauer-Bewohner sind Spitzmaus, Erdkröte, Mauerbiene, Steinhummel und Zebraspinne. „Auch die Flora ist bunt und vielfältig: Natternkopf, Mauerpfeffer, Fingerkraut, Mauerraute sowie allerlei Moose und Farne“, erklärt Wolf. „Viele Vögel finden hier ihre Nahrung“, so der Fachmann weiter.

Mauerweinbau: Traditionsreich, aber unrentabel

Noch im 19. Jahrhundert war die terrassierte Weinbergfläche in Baden-Württemberg vier- bis fünfmal so groß wie die heutige Rebfläche. Ursachen für den Rückgang waren Rebkrankheiten wie Pilzbefall oder die Reblaus. Der Weinanbau um 1900 wurde davon stark in Mitleidenschaft gezogen. Die zunehmende Konkurrenz mit anderen Weinbaugebieten beschleunigte den Rückgang. Mauerweinbau ist zwar heute kaum noch rentabel zu betreiben, doch zahlreiche Reblagen werden nach wie vor bewirtschaftet. Tradition und Qualität bedeuten dem schwäbischen „Wengerter“ eben viel.

Albverein für Erhalt von Weinbergmauern

Auch der Albverein setzt sich für den Erhalt von Mauern, Treppen, Wegen, Wasserableitungen sowie für weitere sogenannte Kleindenkmale ein. Dazu zählen auch Denksteine, Ruhbänke und Unterstände, welche sich hin und wieder in den Weinbergen finden. Ehrenamtliche mehrerer Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins und auch der Pflegetrupp beim Hauptverein machen Reparaturarbeiten oder bauen auch mal ganze Mauern neu. Vegetationspflege steht dabei selbstverständlich mit auf dem Programm.

Landesweite Dokumentation von Kleindenkmalen

Auch beim landesweiten Projekt zur Erfassung von Kleindenkmalen, das im Jahr 2001 zusammen mit dem Schwäbischen Heimatbund, dem Schwarzwaldverein und weiteren Partnern ins Leben gerufen worden war, kommt dem Schwäbischen Albverein – allein wegen seiner Mitgliederstärke und der Größe des Vereinsgebietes – eine entscheidende Rolle zu.

Bei dem Projekt waren und sind die Ehrenamtlichen – ausgestattet mit standardisierten Erhebungsbögen – in ihren Landkreisen unterwegs, um die Kleindenkmale zu erfassen und zu fotografieren. Hilfreich ist für die vielen Engagierten ihr ortskundiges und heimatkundliches Wissen. In der Regel dauert eine Landkreiskartierung zwei bis drei Jahre. Dann ist das Projekt abgeschlossen. Mehr als 1.200 Ehrenamtliche haben bisher rund 60.000 Objekte dokumentiert.

Nähere Informationen bei: Vizepräsident Reinhard Wolf, wolf.reinhard@t-online.de

Informationen zu Kleindenkmalen:http://heimat-kultur.albverein.net/kleindenkmale/

Landesweite Dokumentation von Kleindenkmalen:

www.denkmalpflege-bw.de/denkmale/projekte/bau-und-kunstdenkmalpflege/erfassung-der-kleindenkmale-in-baden-wuerttemberg.html

Württembergischer Weinwanderweg:

wege.albverein.net/hauptwanderwege/wurttembergischer-wein-wanderweg-www

 Literatur:

  • Dieter Kapff, Reinhard Wolf: Kulturgeschichte am Wegesrand,Staatsanzeiger-Verlag, Stuttgart 2008. 196 Seiten mit 340 Farbbildern und ausführlichem Ortsregister. Gebunden € 24,80. ISBN 978-3-929981-72-8
  • Franz Höchtl, Claude Petit, Werner Konold, Volkmar Eidloth, Sebastian Schwab und Claudia Bieling: Erhalt historischer Terrassenweinberge – Ein Leitfaden (Culterra, Schriftenreihe des Instituts für Landespflege der Albert-Ludwigs- Universität Freiburg, Band 58). Freiburg 2011. 190 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Gebunden € 25,–. ISBN 3-933390-45-1

Wiedereröffnung Jugendzentrum Fuchsfarm

Endlich ist es soweit. Nach mehr als neunmonatigen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten ist das Jugend- und Freizeitzentrum Fuchsfarm wieder verfügbar. Ein triftiger Grund, um ein fröhliches Wiedereröffnungsfest zu feiern. Dieses findet am 6. Juli im Rahmen des Fuchsfarmfestivals (Wochenende 5.-7. Juli 2013) statt. Pressevertreter sind herzlich eingeladen.

Programm mit Alpaka-Workshop und Cross-Boule

Zur Eröffnungsfeier werden ca. 130 Kinder, zahlreiche Helfer und rund 70 Gäste erwartet. Um 10 Uhr morgens geht es mit einem Überraschungsevent los. Nach dem Mittagessen gegen 13 Uhr haben Ehrengäste und Journalisten die Möglichkeit an einer Führung durch die Fuchsfarm teilzunehmen. Danach stehen Informationsveranstaltungen und fröhliche Aktivitäten auf dem Programm. Es gibt ein spannendes Kinderprogramm sowie jede Menge sportlicher und kreativer Workshops. Highlights sind unter anderem ein Alpaka-Workshop mit Exkursion, Geocaching-Angebote und Cross-Boule-Spiele durch das komplette Freizeitgelände. Am Abend wird dann bei Musik und Tanz weitergefeiert.

Treffpunkt Jugendzentrum Fuchsfarm

Seit Jahrzehnten ist das Jugendzentrum Fuchsfarm für viele Kinder und Jugendliche die erste Verbindung zum Schwäbischen Albverein. Mit den beiden großen Sommerzeltlagern, Silvester- und Pfingstfreizeiten, Wochenendfreizeiten der Jugendgruppen und der Jugendmitgliederversammlung während des jährlichen Fuchsfarmfestivals ist das Jugendzentrum über das ganze Jahr der wichtigste Standort der Schwäbischen Albvereinsjugend. Die Freizeiteinrichtung liegt auf dem Raichberg bei Albstadt-Onstmettingen innerhalb eines herrlichen Landschaftsschutz- und Wandergebiets. Das Gelände ist ca.15 Hektar groß.

Nach fast dreißig Jahren stand 2012 wieder einmal eine Renovierung des Gebäudes an. Es ging um die Erneuerung der Waschräume und der Heizungsanlage. Auch die Brandschutzvorrichtungen mussten modernisiert werden. Bei den aufwändigen Umbauarbeiten haben zahlreiche Ehrenamtliche mitgeholfen, das Alter spielte dabei kaum eine Rolle. Bei den rund 50 Helfern packten Jung und Alt gleichermaßen mit an.

„Ohne die Freiwilligen wäre das Ganze um mehrere zehntausend Euro teurer geworden“, meint die Vorsitzende des Arbeitskreis Fuchsfarm e.V., Katja Hannig. Die ehrenamtlichen Arbeiten reichten von Bauüberwachung, Planungsleistungen bis hin zu Aufräumarbeiten und handwerklichen Einsätzen.

Das Eröffnungsfest ist auch ein Dankeschön an alle Helfer und Spender. Insgesamt sind über 80.000 Euro an Spendengelden für den Umbau eingegangen. Die Gesamtkosten betrugen über 400.000 Euro.

Termin: Samstag, 6. Juli, 10 Uhr, Jugendzentrum Fuchsfarm, Raichberg 3, 72461 Albstadt-Onstmettingen

Die Schwäbische Albvereinsjugend ist die  eigenständige Jugendorganisation des Schwäbischen Albvereins mit ca. 13.000 Mitgliedern und einem umfangreichen Freizeit-, Wander- und Bildungsprogramm. Im gesamten Vereinsgebiet gibt es ca. 150 Kinder- und Jugendgruppen.

Presseinformationen und Fotos:

Katja Hannig, katja.hannig@schwaebische-albvereinsjugend.de

Weitere Informationen unter:

www.schwaebische-albvereinsjugend.de

www.facebook.com/albvereinsjugend