Landesfest Reutlingen: Traditionelle Mitgliederversammlung in hochmoderner Stadthalle

Umweltminister Franz Untersteller hält die Festrede bei der Hauptversammlung

Die Stadthalle Reutlingen war gut gefüllt und bot bei der Hauptversammlung des Schwäbischen Albvereins am 1. Juni 2014 einen spannungsvollen Anblick: Moderne Architektur kombiniert mit bunter Tradition. Die vielen Besucher in ihren schönen Trachten und bestückt mit bunten Wimpeln schufen ein beeindruckendes Bild innerhalb des progressiven Interieurs der Stadthalle.

Bei der Eröffnung begrüßte Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß Mitglieder und Gäste, namentlich den Ehrenpräsidenten Peter Stoll sowie die zahlreiche Politprominenz, darunter Minister Franz Untersteller, MdL, Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, Regierungspräsident Hermann Strampfer, Landrat Thomas Reumann, zudem den Schwarzwaldvereinspräsidenten Georg Keller und den LNV-Vorsitzenden Reiner Ehret und viele mehr. Seinen besonderen Dank für die Ausgestaltung und Organisation des Festes richtete Rauchfuß an den Vorsitzenden des Lichtenstein-Gaus Thomas Keck.

Festrede des Umweltministers

Ein besonderes Highlight der Mitgliederversammlung noch vor dem Bericht des Präsidenten war die Festrede des Umweltministers Franz Untersteller.  Er lobte die wertvolle und wichtige Arbeit des Schwäbischen Albvereins zur Pflege von Kultur, Heimat und Natur. Darüber hinaus unterstrich er den Beitrag, welchen der Albverein durch seine vielen Wander- und Bewegungsangebote zur gesundheitlichen Prophylaxe der Menschen leiste. Seiner Meinung nach müsse man auch die jungen Menschen mehr an den Naturschutz – in Form von Umweltbildung – heranführen. „Viele kennen mehr Handy-Klingeltöne als Pflanzenarten“, monierte Untersteller. Der Schwäbische Albverein habe hier einen breiten Katalog an Möglichkeiten im Gepäck, um diesem Trend entgegenzuwirken. Er führte als Beispiel das Engagement des Schwäbischen Albvereins auf dem Gebiet des Schulwanderns und des in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wanderverband durchgeführten aktuellen Projekts „Draußenschule“ auf. Darüber hinaus bedankte sich Untersteller bei den vielen Tausend Ehrenamtlichen, ohne deren Leistung, es das umfangreiche Angebot des Albvereins gar nicht gäbe.

Überraschung für Rauchfuß

Bevor sich der Minister verabschiedete, kam ihm noch eine überraschende und ehrenvolle Aufgabe zu. Er konnte als Erster dem Albvereinspräsidenten zum Erhalt der Goldenen Ehrennadel – der höchsten Auszeichnung innerhalb des Vereins – gratulieren. Dieser Programmpunkt der Mitgliederversammlung war spontan durch die beiden Vizepräsidenten Hansjörg Schönherr und Reinhard Wolf eingeschoben worden. Sie sind der Meinung, dass Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß als großer Akteur diese hohe Auszeichnung längst verdient habe und nun – nachdem er im Vorjahr auch noch die Jubiläumsfeierlichkeiten mit Bravour gestemmt habe – definitiv geehrt werden müsse. Rauchfuß zeigte sich überrascht, gerührt und amüsiert über die Programmänderung bei der Hauptversammlung und bedankte sich mehrmals für die Verleihung der Ehrennadel.

Bericht des Präsidenten

Zum 13. Mal stand Rauchfuß mit dem Bericht des Präsidenten vor der Mitgliederversammlung des Schwäbischen Albvereins. Ein Jahr nach dem Albvereinsjubiläum sei man mit dem Thema Gesundheitswandern und der Stärkung von Familien- und Jugendarbeit ein gutes Stück vorangekommen und wolle auch weiterhin auf diese Zugpferde setzen, meinte Rauchfuß zu Beginn seiner Rede.

Er zog zudem Bilanz zum Jubiläumsjahr 2013, dankte den Ortsgruppen für ihre fleißige Arbeit, erwähnte den Weltrekordtitel in der Kategorie „Die meisten Maibaum-tanzenden Menschen“, welchen die Volkstänzer im Vorjahr in Ulm erworben hatten. Ebenso machte er auf die erfolgreiche Arbeit des Schwäbischen Albvereins im Bereich Naturschutz aufmerksam und erinnerte an den Erhalt des Landesnaturschutzpreises durch die Stiftung Naturschutzfonds im Vorjahr. Dann kam er auf das Thema Gesundheitswandern zu sprechen. „Gesundheitswandern ist ein tolles Bewegungsprogramm das Wandern, Naturerlebnisse, Geselligkeit und physiotherapeutische Übungen wirkungsvoll kombiniert“, so der Albvereinspräsident. Das Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg habe eine  wissenschaftliche Studie durchgeführt, die belege, dass Koordination, Ausdauer, Wohlbefinden, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf- und Immunsystem durch Gesundheitswandern gestärkt würden. Für dieses neuartige Angebot habe man eine größere Anzahl Gesundheitswanderführerinnen und Gesundheitswanderführer ausbilden lassen, um ein einigermaßen flächendeckendes Angebot machen zu können. „Ich sehe mit dem Angebot von Gesundheitswanderungen für unsere Ortsgruppen eine von vielen Möglichkeiten, neue Mitglieder zu gewinnen“, erörterte Rauchfuß.

Förderung von Familiengruppen

Eine weitere, wichtige Möglichkeit zum Mitgliedererhalt und -zuwachs sei die Förderung von Familiengruppen. Rauchfuß appellierte an die Ortsgruppen, hier am Ball zu bleiben. „Für die Nachhaltigkeit der Familienarbeit im Albverein müssen ständig neue junge Familien als Mitglieder gewonnen werden und Familiengruppen gegründet werden“, betonte Rauchfuß. Nur so könne auch die Altersgruppe der 30- bis  50-Jährigen wachsen. Bei der Familienarbeit sollen die Ortsgruppen von Seiten der Hauptgeschäftsstelle unterstützt werden. Nicht zuletzt dafür soll die im Hauptausschuss beschlossene Beitragserhöhung von zwei Euro pro Vollmitglied dienen.

Eine besondere Herzensangelegenheit des Albvereinspräsidenten ist das Schulwandern. „Zumindest Grundschüler sollten einen Tag in der Woche Unterricht in der freien Natur haben“, davon ist Rauchfuß nach wie vor überzeugt.  Inzwischen gibt es ein neues Projekt  des DWV  „Schulwandern  –  Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen“. Rauchfuß zeigte sich deshalb besonders erfreut darüber, eine der drei Draußenschulen in Deutschland eine Schule im Vereinsgebiet, sprich in Stuttgart, ist. Der Schwäbische Albverein stehe dem Schulprojekt beratend und begleitend zur Seite. Zum Schluss seiner Rede bedankte sich Rauchfuß bei allen Aktiven sowie den beiden Vizepräsidenten für ihren unermüdlichen Einsatz.

Nach der Mitgliederversammlung fand ein großer Wimpelumzug von der Stadthalle über das Tübinger Tor bis zum Marktplatz statt. Besonders beeindruckend bei dem Umzug waren die in- und ausländischen Fahnenschwinger, die auch während des gesamten Wochenendes ihr Können zeigten.

Das nächste Landesfest findet vom 8.-10. Mai 2015 in Sigmaringen statt.

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Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.