Landschaftspflegetag bei Kaiserwetter

Landschaftspflegetag 2014

Am Samstag, 18. Oktober, fand bei sonnigem Wetter im Flächenhaften Naturdenkmal “Wacholderheide Schallenberg” bei Aidlingen-Deufringen (Landkreis Böblingen) der zwölfte gemeinsame Landschaftspflegetag von Schwäbischem Albverein und Schwarzwaldverein statt. Kooperationspartner war das EU-geförderte Naturschutzprojekt „LIFE rund ums Heckengäu“ (www.life-heckengaeu.de), in dessen Projektgebiet sich der Schallenberg befindet.

Das LIFE-Projekt führt von 2011 bis 2016 umfangreiche Landschaftspflege- und Naturschutzmaßnahmen in vier Landkreisen – Böblingen, Calw, Enzkreis, Ludwigsburg – durch. Dabei trägt die EU über das Förderprogramm LIFE+ die Hälfte der Projektkosten.

Insgesamt 80 Kubikmeter Schnittmaterial wurde beim diesjährigen Landschaftspflegetag an den Wegesrand geräumt. Dort soll es im Laufe der Woche gehäckselt und abtransportiert werden.

„Der Pflegeeinsatz auf der Wacholderheide Schallenberg war notwendig, um Wacholderheiden und Steinriegel von Bewuchs zu befreien und Hecken zurückzuschneiden“, erklärt der Naturschutzreferent des Schwäbischen Albvereins Werner Breuninger. Das sei wichtig, um lebenswichtige Biotope zu erhalten. „Durch die Freilegung der Steinriegel etwa erhalten wärmeliebende Pflanzen und Tiere einen verfügbaren Lebensraum“, betont Breuninger.

Auslichtungen in der Fläche seien vor allem deshalb notwendig, um die Beweidung durch Schafe zu erleichtern und durch die Offenhaltung der Landschaft bestimmten Pflanzen bessere Wachstumsbedingungen zu bieten. „Auf der Deufringer Wacholderheide wachsen beispielsweise Silberdisteln, Fransen-Enzian und Kartäuser-Nelken“, weiß der Fachmann.

„Rund 80 Freiwillige aus ganz Baden-Württemberg haben bei den Pflegemaßnahmen mit angepackt und vor allem beim Heckenschneiden und dem Entfernen von Schlehdorn geholfen“, freut sich Breuninger. Die Freiwilligen wurden während des Einsatzes mit Apfelschorle aus einheimischen Obstwiesen belohnt, welches vom Landkreis Böblingen gesponsert und an einem Schäferwagen des LIFE-Projektes ausgeschenkt wurde.

Monika Rieger, Managerin des Naturschutzprojektes „LIFE rund ums Heckengäu“ erklärt, dass die aufwachsenden Gehölze immer wieder entfernt werden müssten, damit sich der Wald nicht  in die wertvollen Magerwiesen hineinschiebt. Früher sei das durch Landwirtschaft und Schäferei, durch eine regelmäßige Mahd oder Beweidung erledigt worden, heute sei eine solch extensive Nutzung oft nicht mehr rentabel.

Im LIFE-Projektgebiet werden insgesamt 60 Hektar Heiden und magere Wiesen durch Landschaftspflegemaßnahmen  wieder freigelegt. „Fast ebenso groß ist die Fläche, die in den Streuobstgebieten wieder zurückgewonnen wird. Weitere Maßnahmen kommen gefährdeten Tierarten, wie z.B. der Gelbbauchunke und den Fledermäusen zu Gute“, erklärt Rieger. Sie sieht im vergangenen Landschaftspflegetag einen sehr wertvollen Beitrag zum LIFE-Projekt und bedankt sich bei allen Beteiligten ausdrücklich für die Unterstützung.

Beim 12. Landschaftspflegetag waren neben den vielen freiwilligen Helfern auch der Geschäftsführer der Stiftung Naturschutzfonds Ministerialrat Manfred Fehrenbach, der Aidlinger Bürgermeister Ekkehard Fauth sowie die Vizepräsidenten von Albverein und Schwarzwaldverein, Reinhard Wolf und Hans Martin Stübler anwesend.

Landschaftspflegetrupp des Albvereins:

Bereits  in den Tagen vor dem Einsatz war der Landschaftspflegetrupp mit Balkenmähern, Freischneidegeräten und Motorsägen im Einsatz, um wichtige Vorarbeiten durchzuführen.

Den hauptamtlichen Landschaftspflegetrupp gibt es seit Anfang 1993 (ein Landschaftsgärtner und eine zusätzliche Fachkraft). Hinzu kommen zwei Mitarbeiter im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Des Weiteren bietet der Schwäbische Albverein im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes drei Stellen an, die dem Landschaftspflegetrupp zugeordnet sind. Zum Aufgabenspektrum des Landschaftspflegetrupps gehört die Unterstützung der Ortsgruppen bei Landschaftspflegemaßnahmen, die Bereitstellung von Geräten und Beratung, die Pflege des eigenen Naturschutzgrundbesitzes sowie das Arbeiten in Schutzgebieten. Zum Teil werden auch Auftragsarbeiten von Naturschutzbehörden und seltener von Gemeinden übernommen.

Pressetermin im Schlosscafé Langenburg

Einladung zum Pressetermin an den Schlossberg Langenburg

Betrifft: Vertragsschluss zwischen Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg und Schwäbischem Albverein über Landschaftspflegemaßnahmen am Schlossberghang

Wann?  24. Oktober 2014 um 10.30 Uhr

Wo?  Schlosscafé Langenburg

Ablauf: Bericht über den Vertragsabschluss / Besichtigung des Geländes

Gäste: Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg / Reinhard Wolf, Vizepräsident Schwäbischer Albverein / Bürgermeister Wolfgang Class, Langenburg / Heide und Arnold Ruopp, Langenburg

Informationen zum Projekt

Schloss Langenburg ist aufgrund seiner außergewöhnlichen Lage auf einem Bergsporn hoch über dem Jagsttal einmalig. Der Südhang unterhalb des Schlosses mit seinen vielfältigen Landschaftselementen ist ein natur- und kulturhistorisches Kleinod. Doch leider werden die Grundstücke seit einiger Zeit kaum mehr genutzt und der Blick ins Tal ist durch Bäume eingeschränkt. Streuobstwiesen und der ehemalige Garten sind teilweise überwachsen, die Trockenmauern und Treppen können nicht mehr erhalten werden. Ein wirtschaftlicher Betrieb des Obstgartens lohnt sich nicht mehr. Deshalb wollte man eine Lösung finden, um die Kulturlandschaft zu erhalten.

Der Schwäbische Albverein hat nun einen Vertrag mit dem Eigentümer, Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg, geschlossen, um die „Schokoladenseite“ des Schlosses und der Stadt in alter Pracht zu reaktivieren. Ein Vermächtnis eröffnet dem Verein die Möglichkeit, den in seiner historischen, naturkundlichen und sogar literarischen Bedeutung (die Schriftstellerin Anges Günther weilte hier) einzigartigen Ort erhalten zu helfen. Zu den avisierten Pflegemaßnahmen zählen beispielsweise die Sicherung bzw. Erneuerung von Treppen, das Entfernen von Wildwuchs und die Wiedererrichtung von Trockenmauern.

Mit dem Vertrag zwischen dem Fürstenhaus und dem Schwäbischen Albverein eröffnet sich eine einmalige Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Der Eigentümer einerseits profitiert von den professionellen und für ihn kostenfreien Pflegemaßnahmen, der Albverein andererseits kann seine Kompetenz als Naturschutzverein imagefördernd nach außen transportieren.

Nicht zuletzt bringt die Pflege des Areals auch Vorteile für Einheimische und Touristen, die sich an der besonderen Botanik und dem romantisch anmutenden Gesamtensemble erfreuen können.