Neu geschaffene Wanderwege machen vor geschützten Biotopen nicht halt

Zollernhalde

Albverein kritisiert Aussichtspunkte und Mobiliar auf Felsköpfen 

Wandern ist gesund, entspannend und sinnstiftend. Der Schwäbische Albverein fördert die beliebte Freizeitbeschäftigung seit jeher durch die Ausschilderung von Wegen. Dabei geht es dem seit 1994 anerkannten Naturschutzverein nicht nur um die Bereitstellung der Wege für die Wanderer, sondern auch um den Schutz sensibler Naturbereiche vor den Wanderern.

„Touristische Anbieter folgen jedoch diesem guten Beispiel nicht unbedingt. Ihre Motive sind wirtschaftlicher Art, sodass oftmals auch gesetzlich geschützte Biotope zugänglich gemacht werden“, sagt Dr. Wolfgang Herter, Naturbeauftragter des Schwäbischen Albvereins. Wanderer würden mit superlativen Routenbeschreibungen angelockt, eine passende Infrastruktur würde entsprechend maßgeschneidert, argumentiert Herter.

Beispielsweise wurden im Oberen Donautal mehrfach gesetzlich geschützte Felsköpfe durch mit dem Wandersiegel zertifizierte Premiumwanderwege zugänglich gemacht. Und nicht nur das: Auf sensiblem Felsboden und Trockenrasen entstanden teilweise Sitzbänke, Plattformen, Vesperinseln und Genussliegen. „Die Landschaft wurde sozusagen möbliert“, ärgert sich Herter. Dass geschützte Biotope, Naturschutzgebiete oder FFH-Lebensräume bebaut wurden, hätte anscheinend keine Rolle gespielt.

Die Zerstörung von unter Schutz gestellter Natur durch Premium- und andere neue Wanderwege verstößt aber gegen die Prinzipien der Nachhaltigkeit und auch gegen das Naturschutzgesetz.

„Die Erschließung bzw. Wiedererschließung streng geschützter Biotope ist nicht akzeptabel und muss gestoppt werden!“, fordert Herter. Der Appell richtet sich nicht zuletzt an die staatliche Naturschutzverwaltung, vor Erteilung von Genehmigungen sorgfältiger zu prüfen, ob Naturschutzbestimmungen auch eingehalten werden.

Bereits 1991 wurde das Biotopschutzgesetz beschlossen. Der Schwäbische Albverein hatte in diesem Zusammenhang zahlreiche Aussichtspunkte gezielt aus dem Wanderwegenetz herausgenommen. Wegeschilder wurden entfernt, Zugangspfade unkenntlich gemacht und Wanderwege umgeleitet.

Ansprechpartner: Dr. Wolfgang Herter; Hauptnaturschutzwart Süd im Schwäbischen Albverein, Tel. 07477/8558; E-Mail: wolfgang_herter@t-online.de

 Einen detaillierten Bericht dazu finden Sie in den Blättern des Schwäbischen Albvereins 2/2015, auf unserer Homepage unter: http://albvereinsblatt.albverein.net/aktuelle-ausgabe/

 

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Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.