Steilhang frei für Orchideen, Kräuter und Insekten

Der Schwäbische Albverein sorgt seit 25 Jahren dafür, dass die Artenvielfalt am Füllmenbacher Hofberg erhalten bleibt

Der „Füllmenbacher Hofberg“ ist ein fünf Hektar großes Areal im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, unweit des Wanderheims Füllmenbacher Hof. Spazier- und Wanderwege führen am Steilhang vorbei und gewähren den Besuchern einen Blick auf ein artenreiches, lebendiges Biotop.

Seit 25 Jahren wird der Hofberg vom Schwäbischen Albverein gepflegt. Der Trockenrasen mit seinem Artenreichtum muss offen gehalten werden. Nur so können die unzähligen Orchideenarten wachsen, für die der Hofberg berühmt ist.

Jedes Jahr im Herbst ruft der Stromberg-Gau zu einem Pflegetag auf und viele ehrenamtliche Helfer beteiligen sich daran. Auch am 24. September 2016 trafen sich auf Einladung des Ehrengauobmanns Dieter Auracher rund 20 Helfer, um das vorab vom Pflegetrupp des Schwäbischen Albvereins angehäufte Schnitt- und Mähgut an den Fuß des Berghangs zu schaffen. Von dort holt es dann ein Bauer zur Kompostierung ab.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Pflegearbeiten gab es 2016 auch eine Feierstunde im Wanderheim Füllmenbacher Hof. Werner Weber, Bürgermeister von Sternenfels, sprach das Grußwort. Er lobte dabei das Engagement des Albvereins und dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern. Albvereinsvizepräsident Reinhard Wolf erzählte während der Feierstunde ein paar Anekdoten von den Anfängen der Einsätze am Steilhang und wie sich alles bis heute entwickelt hat.

Seit einigen Jahren hilft sogar eine Schulklasse kurz vor dem eigentlichen Pflegetag mit und leistet Vorarbeiten. Dieter Auracher hatte die Kooperation mit der „Freien Schule Diefenbach“ einst in die Wege geleitet. „Der Pflegeeinsatz bringt den Jugendlichen die Natur und die Bedeutung von Landschaftspflege etwas näher. Die jungen Unterstützer sind uns gleichzeitig eine große Hilfe“, erklärt Auracher. Er hat den Eindruck, dass sowohl Lehrer als auch Schüler Spaß an der Aktion haben.

Dass der Schwäbische Albverein den Steilhang pflegt, ist keine Selbstverständlichkeit. Das Areal ist kein Vereinsbesitz, sondern gehört dem Land. Allerdings liegt es nahe am Wanderheim Füllmenbacher Hof und viele Wanderer kommen daran vorbei.

Vor allem aber ist der Füllmenbacher Hofberg ein schützenswertes Kleinod, das viele seltene Pflanzenarten, speziell Orchideen, beherbergt. Dazu zählen das Purpurknabenkraut, der Weidenalant, die Vogelwicke oder der Färberginster. Daneben wachsen am Hang Trockenrasenkräuter wie Majoran und Thymian. Der Berghang ist zudem Lebensraum hunderter Insektenarten.

„Schmetterlinge, wie der Schwalbenschwanz sind hier zu Hause. In den Hecken brüten Vögel, wie Neuntöter und Mönchsgrasmücke, die sich wiederum von den Insekten ernähren“, erklärt Jörg Dessecker vom hauptamtlichen Landschaftspflegetrupp. Ohne regelmäßige Pflege würde der Trockenrasen rasch der Sukzession unterliegen und immer mehr verwalden.

Für den Schwäbischen Albverein, seit 1994 anerkannter Naturschutzverein, ist der Füllmenbacher Hofberg ein wichtiger Lebensraum, den es zu erhalten gilt. Vor 25 Jahren, als man mit der Pflege begann, musste man mit schweren Balkenmähern anrücken, um das versteppte Gelände – ehemalige Rebflächen – zu säubern.

Die jährlichen Pflegetage im Herbst bedeuten viel Arbeit und Aufwand. Es gab schon Jahre, in denen bereits Schnee im Oktober oder Anfang November lag.

„Man musste das gemähte Gras am rutschigen Steilhang aus dem Schnee ziehen“, erinnert sich Auracher. Das war nicht unbedingt spaßig, aber der ideelle Wert war und ist auschlaggebend.

Aktuell erschienen ist das Buch „Füllmenbacher Hofberg“ von Friedrich Wilhelm Teschner, Beschreibung der Flora des Füllmenbacher Hofbergs auf 360 Seiten, davon 300 Illustrationen.Das Albvereinsmitglied ist 2013 verstorben.Das Buch ist im Albvereins-Shop erhältlich:http://www.albverein-shop.de/shop/item/9783881909334

 

IMG_9252, 16.09.24 Füllmenbacher Hofberg [Wolf]

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Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.